Nun, auch wenn die eigene EDV Firma beruflich nicht mehr realistisch war, so hat mich die Welt der Computer nach wie vor fasziniert und tut es bis heute.
Und eines Tages - es muss im Frühsommer 1999 gewesen sein - ist mir beim Lesen einer Computer-Zeitschrift die Anzeige eines deutschen Anbieters für kompatible Tintenpatronen ins Auge gestochen:
Diese Preise waren ja Wahnsinn! Damit konnte ich selbst die Mitarbeiter-Preise von Hartlauer unterbieten und immer noch schöne Margen machen.
Natürlich war ich mir am Anfang bei der Qualität unsicher, habe aber von einigen "Friendly Customers" nur positives Feeback erhalten und war auch diesbezüglich schnell überzeugt.
Doch ein Produkt zu haben ist nicht genug, da gehört noch viel mehr dazu. Eine große Hürde auf dem Weg zum Unternehmer stellen die Sozialversicherungs-Beiträge dar, die man an die GSVG zu entrichten hat.
Aber auch hier hat sich 1999 eine tolle Möglichkeit aufgetan: Im Rahmen der Kleinstunternehmer-Regelung wurde es damals Einzelunternehmern, die unter gewissen Umsatz- und Gewinn-Obergrenzen bleiben, ermöglicht, sich von der Sozialversicherungs-Pflicht befreien zu lassen.
Da wusste ich schon, wie ich das Unternehmen anlegen werde, jedoch noch nicht, wie ich meine Waren an den Mann bringe.
Doch auch dafür war schnell eine Lösung gefunden: Damals noch mitten im Dot.com Boom habe auch ich mich 1999 intensiv mit dem Internet zu beschäftigen begonnen. Die gewaltigen Möglichkeit, die dieses bietet, waren offensichtlich.
Vor allem aber war ein Online-Shop und das Versand-Prinzip kostengünstig und vor allem auch mit anderen Tätigkeiten zu vereinbaren. Denn mir war klar, dass ich vom Start weg nicht von Tintenpatronen.at leben können werde und daher noch andere Tätigkeiten damit vereinbaren muss. Und in einem Verkaufslokal muss man so lange drinnen stehen, so lange man offen hat.
Da habe ich mir gedacht: Ha, das ist es! So kannst du mit minimalem Risiko dein 1. eigenes Projekt starten. Zuerst nebenbei und dann einfach schauen, ob mehr möglich ist und man nicht nur Unternehmer im Nebenerwerb sein, sondern sich richtig selbständig machen kann.